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Produkte - Wolle - Wolleigenschaften

Alpine Steinschafwolle an einem Wollstand - Arbeitsgemeinschaft der Alpinen Steinschafzüchter - www.alpines-steinschaf.de Die Oberfläche eines Vlieses vom Schaf kann je nach Rasse Unterschiede aufweisen (z.B. ist eine blumenkohlartige
Stapelung beim Merinolandschaf ein Zeichen für ein gutes und stabiles Vlies. Die Bewertung kann nur ein erfahrener Schäfer
oder Züchter vornehmen, der sich mit den einzelnen Schafrassen auskennt. Bei Bewertungen werden z.B. die Wollhaare auseinandergekklappt (oder gescheitelt). Durch dieses Öffnen des Vlieses sieht man den unteren Bereich, wo die Wolle sehr fein ist.

Wolle wird im Aufbau und der Zusammensetzung nach folgenden Gesichtspunkten unterschieden:
  • Farbe:
    Die Farbe der Wolle ist abhängig vom Rassetyp. Beim Alpinen Steinschaf kommen verschiedene Farben, wie weiß, schwarz, braun, grau sowie die Farbabstufungen dazwischen vor. Es gibt aber bei unserer Schafrasse mehrfarbige Vliese (z.B. schwarz-weiß). Bei vielen anderen Schafrassen ist die Farbe des Vlieses cremefarben. Nach dem Waschen der Wolle (Fettschweiß und Schmutz wird entfernt) wird die Wolle heller. Vergilbte bzw. stark gelbschweißige Wolle ist minderwertiger.
  • Länge und Dichte:
    Die Länge der Wolle steht in Wechselbeziehung zur Feinheit. Gröbere Wolle ist bei gleicher Rasse in der Regel länger.
    Längere Wolle erscheint bei der Betrachtung eher lose und kürzere Wolle macht den Eindruck eines dichten Felles bzw. Wollvlieses.
  • Ausgeglichenheit:
    Die Ausgeglichenheit der Wolle ist ein Maß für gleich bleibende Wollqualität bei einem Schafvlies. Das heißt das Schafvlies sollte von der Schulter bis zum Kopf gleichbleibend aussehen. Hierbei sind jedoch je Rasse die rassetypischen Merkmale heranzuziehen. Eine Schafe haben z.B. am Kopf und den Füßen gar keine Wolle sondern nur Stichelhaare.
  • Feinheit:
    Darunter versteht man den mittleren Durchmesser der Faser (Wollhaar). Sie wird in Mikron (Mikrometer oder 1/1000 Millimeter) gemessen.
    Es gibt Wollen von weniger als 18 Mikron für feinste Stoffe, die von feinsten Merinowollen stammen und solche mit mehr als 40 Mikron für grobe Teppichwollen. Die Dicke richtet sich nach den verschiedenen Rassen, Alter, Geschlecht, Klima, Fütterung und Haltung. Bei den Bergschafrassen, wie z.B. unserem Alpinen Steinschaf, sind die Fasern eher grobwollig.
    Bockwollen sind auch meist gröber als die der anderen Schafe.
  • Kräuselung:
    Die Kräuselung der Wolle ergibt sich aus der Feinheit, d.h. je feiner die Wolle ist, desto stärker ist ihre Kräuselung, die verschiedene Arten aufweisen kann.
    Viele Land- und Fleischschafrassen besitzen eine flachbogige Kräuselung, während Wollen im Merinotyp eine normalbogige Wellung aufweisen. Das bedeutet, dass bei dieser Kräuselung im eingentlichen Sinne die Wellung einen Halbkreis um eine gedachte Mittellinie bildet.
    Eine hochbogige Kräuselung führt zu einer stark markierten Wolle, die bereits als fehlerhaft zu bezeichnen ist, weil die natürliche Spannung des Wollhaares abnimmt und eine stielige Wolle entsteht. Noch gravierender ist die überbogige Kräuselung, hierbei wird das Wollhaar starr und spröde und die Wolle verzwirnt.
    Also: Je mehr Kräuselungsbögen auf einer bestimmten Länge, desto feiner ist die Wolle. Erfahrene Beurteiler können mit den Fingerspitzen feinere und gröbere Wolle unterscheiden.
Aus diesen natürlichen Eigenschaften leitet sich ab, wofür die verschiedenen Wollen verwertet werden können. Wir haben dort auch einige Materialeigenschaften aufgeführt.



Erstellt durch die EDV-Beratung Martin Steinherr