Eröffnung des Informationszentrums Alpines Steinschaf am 1.6.2013 in Ramsau

Nach vielen Regentagen hatte der Wettergott ein Einsehen und die Bilderbuchlandschaft zog zahlreiche Züchter, Förderer und Interessenten nach Ramsau in den Nationalpark Berchtesgaden auf den Betrieb von Renate und Josef Aschauer. Nachdem das Regionalfernsehen Oberbayern die seit Generationen gezüchteten Alpinen Steinschafe und deren Bewacher, die beiden großen Herdenschutzhunde Jara und Samson gefilmt hatten, durfte ein erster Blick unter die noch abgedeckten Informationstafeln des Informationszentrums „Alpines Steinschaf“ nicht fehlen. Im Hintergrund wurden fleißig die bereits verführerisch duftenden Häppchen von Armin Friedrich für die Besucher garniert und die Sektgläser von Renate Aschauer und Sabine auf die bereitgestellten Tischen verteilt. Natürlich zog es die ersten Neugierigen in das Wollstübchen der Familie Aschauer, in der die unermüdliche Oma stets freundlich den Gästen die verschiedenen Schafsseifen, Schafsmilchschokoladensorten oder Geschenkartikel erläutert und gerne zur Stärkung einen ersten Kaffee reicht. Dr. Christian Mendels Schafshirtin Carola zeigte auf einem Stand gekonnte Fotomotive und ihren schönen Bildkalender der imposanten Alpinen Steinschafe aus der Zucht Mendel und Nathalie Ketterle präsentierte gleich daneben verschiedene Woll-, Walk-,und Filzartikel aus der Wolle der Alpinen Steinschafe.

Um 11:00 Uhr startete die Eröffnungsfeier bei Sektempfang oder einem Schluck natürtrüben Apfelsaftes für die rund 70 Teilnehmer. Freudig wurde von Renate der Bürgermeister, Herr Prantl vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Herr Kumutat, Leiter des Landesamtes für Umwelt, Herr Rasp, Geschäftsführer der Tourist-Information, Frau Gschoßmann, Vorsitzende des Tourismusverein, Frau Dr. Domes vom Schafgesundheitsdienst und Carola Stier als Vertreterin der GEH e.V. begrüßt und der Dank an Armin Friedrich ausgesprochen, der in mühevoller Ausdauer und mit viel Geschick die auf uns noch wartenden Leckereien des Alpinen Steinschafs gezaubert hat sowie Dank an Nathalie Ketterle für gezielte Wollvermarktung des Alpinen Steinschafs.

Herr Prantl entschuldigte Herrn Ministerialrat Klein  und gab einen Rückblick über die gezielte und nachhaltige Förderung des Alpinen Steinschafs in den letzten Jahrzehnten in Bayern. Trotz Finanzkrise konnte zwar die Förderung nicht aufgestockt werden, aber ab diesem Jahr kann die Mutterschaftsprämie von bisher EUR 20,00 auf nunmehr EUR 30,00 erhöht werden, was sicher auch zur Steigerung der Attraktivität der Alpinen Steinschafe beitragen wird. Beachtenswert ist, dass ein Drittel der Züchter die Förderung nicht beantragen.

Carola Stier übermittelte die Grüße vom Vorstands der GEH und ging auf die Projektförderung durch das Bundeswirtschaftsministerium der letzten drei Jahre ein. Neben der Homepageüberarbeitung und den Wolluntersuchungen dient ein wesentlicher Teil der Fördermittel den Informationstafeln, die hier im Ursprungsgebiet des Alpinen Steinschafs die Touristen über die Besonderheiten dieser Schafrasse informieren sollen.

Dr. Christian Mendel zeigte als Zuchtleiter in Bayern die dramatische Bestandsentwicklung seit dem dritten Reich bis in die 80iger Jahre auf. Das Alpine Steinschaf drohte auszusterben als letzte ursprüngliche Schafrasse der Ost-Alpen. Durch die Rassenkonzentration im 3. Reich konnte diese Schafrasse nur noch in wenigen Grenzgebieten, wie hier im Grenzgebiet zwischen Österreich und Bayern, von engagierten Züchtern versteckt,  überleben. Seit der gezielten Unterstützung der Schafrassen durch Mutterschaftsprämien und gezielter Werbung und Beratung hat sich der Bestand der Herdbuchtiere der Alpinen Steinschafe erfreulich entwickelt, und es konnten zahlreiche Neuzüchter in Bayern und anderen Bundesländer gefunden werden. Dank dem Aufbau eines Wollvermarktungskonzepts - ganz ohne Fördermitteleinsatz - durch Renate Aschauer, Nathalie Ketterle und Birgit Kessler-Prusko sowie durch kulinarische Köstlichkeiten, die uns Armin Friedrich zaubert, erlebt das Alpine Steinschaf einen immer größer werden Kreis von Interessenten. Mittlerweile gibt es in Bayern so viele Alpine Steinschafzüchter wie vom Merino Landschaf. Herzliche Dank auch für die Unterstützung der Alpinen Steinschafe durch Dr. Bettina Burkhard vom ANL, die wesentlich das Almprojekt ermöglicht hat, auf der seit einigen Jahren 16 Alpine Steinschafböcke ihre Genügsamkeit und Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen.

Die feierliche Einweihung der Informationstafeln durch die Vertreter der  verschiedenen Ministerien und Renate Aschauer als Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft rundete den offiziellen Teil ab, bevor uns Sekt und die verschiedenen Häppchen von Armin Friedrich verwöhnten. Viele der Teilnehmer waren völlig überrascht mit welchem Geschmack und Qualität wie Roastbeef, Schinken, geräucherte Wurstvariationen vom Alpinen Steinschaf sich zaubern lassen und die Rasse auch durch Essen erhalten werden kann. Nach einem zünftigen Mittagessen in netter Runde im Gasthaus ging es durch die imposante Wimbach Klamm mit anschliessender Wanderung zu den Alpinen Steinschafen der Familie Aschauer. Ulrich von Spiessen begeitete uns stets mit seiner Kamera, damit wir Dank seiner schönen Bilder die vielen Eindrücke noch lange in bester Erinnerung erhalten werden. Herzlichen Dank an die tolle Organisation der Familie Aschauer, die wir gerne im nächsten Jahr zur 10-Jahresfeier der Arbeitsgemeinschaft wieder besuchen werden.
  
gez.    Thomas Ketterle, Schriftführer u. Kassierer der Arbeitsgemeinschaft Alpines Steinschaf

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