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Nach der Satzung der Bayerischen Herdbuchgesellschaft muß ein Züchter gewisse Voraussetzungen erfüllen,
um als Mitglied in dieser Züchtergemeinschaft aufgenommen zu werden.
Dazu ist es hauptsächlich erforderlich, dass seine Zuchtherde mindestens 5 Mutterschafe und 1 gekörten Bock umfaßt. Diese Schafe müssen zuchtfähig sein. Das heißt, es werden vorher die Abstammung, die Eigenschaften und Merkmale geprüft sowie eine Bewertung nach Noten vorgenommen, bevor das Schaf als Zuchtschaf im Sinne der Herdbuchgesellschaft anerkannt wird.
Dieses Verfahren ist deshalb erforderlich, damit jede Schafrasse auch so erhalten bleibt, wie sie in der Zuchtbeschreibung beschrieben wird.
Aus diesem Grundstamm können nun andere Züchter, die der Herdbuchgesellschaft nicht angeschlossen sind, Tiere entnehmen und weiterzüchten. Es können auch andere Rassen eingekreuzt werden um bessere Eigenschaften zu erzielen, wie z.B. die Milchleistung, Fleischleistung oder auch die Widerstandsfähigkeit, Wollqualität und vieles mehr.

Der Herdbuchzüchter selbst versucht nur den Grundstamm zu erhalten und auszubauen und die Eigenschaftsmerkmale lt. Zuchtbeschreibung zu verbessern, übt also eine Reinzucht aus.

In einem Herdbuchblatt werden dann die Abstammung und einige Leistungseigenschaften aufgeführt. Es gilt als Nachweis für die Zuchtfähigkeit dieses Schafes.
Nachstehend haben wir ein Herdbuchblatt eines Alpinen Steinschafes eingefügt. Darunter findet Ihr die entsprechenden Erklärungen, was die einzelnen Buchstaben und Zahlen bedeuten.

Herdbuchblatt eines Alpinen Steinschafes: (bitte anklicken zum Vergrößern - öffnet neues Fenster)
Ein Beispiels-Herdbuchblatt - Alpines Steinschaf: Arbeitsgemeinschaft der Alpinen Steinschafzüchter - www.alpines-steinschaf.de

Das hier verwendete Herdbuchblatt wurde bewusst so gewählt, dass hier nicht ein optimales Herdbuchblatt gezeigt wird, sondern ein solches, das möglichst viele Elemente enthält (einschließlich der auch vorkommenden Fehllammungen bzw. Totgeburten). Man sieht auch, dass nicht immer alle Daten vollständig sein müssen. Hier fehlen z.B. die Großeltern mütterlicherseits.

Zeichenerklärung für das Herdbuchblatt:

1. Feld oben Links:
Herdbuchnummer V 101 mit V = Züchterzeichen, 101 Lfd. Nummer
ARR/ARG Scarpie-Genotyp
2. Zwil das zweitgeborene Schaf aus dieser Lammung
7,7,7 Wollnote, Note für äußere Erscheinung, Note für Bemuskelung
WKL 1 Wertklasse 1
Fruchtbarkeit Das Mutterschaf hat in 7,85 Jahren 20 Lämmer geboren, wovon 14 Lämmer die 6.Woche überlebt haben.
Fruchtbarkeits-% Grundlage bei 100 % ist die Geburt von 1 Lamm (Lebendgeburt und Totgeburt zählt gleich) pro Jahr. Hier ist Durchschnitt auf den Zeitraum von 7,85 Jahren mit 255 % angegeben. Da dieses Mutterschaf sehr viele Lämmer geboren hat (Zwillings- und Drillingsgeburten) wird wie folgt gerechnet: 20 x 100 = 2000, 2000 : 7,85 = 255. Also je mehr Lämmer, umso höher die Fruchtbarkeit in %.
Abweichung Abweichung +/- hier: +31 vom Rassedurchschnitt (Alpines Steinschaf) in der betreffenden Leistungs-Klasse
178 % Die Zahl 178 % gibt den Durchschnitt zwischen geborenen und aufgezogenen Lämmern an - aber bezogen auf den gesamten Zeitraum von 7,85 Jahren. Berechnet wird das wie folgt: 255 : 20 = 12,75     12,75 x 14 = 178
-18 die -18 zeigt die Abweichung vom Rassedurchschnitt (Alpines Steinschaf) in der betreffenden Leistungsklasse an(eigene Anmerkung: Durch Zufütterung von Kraftfutter Beginn 6 Wochen vor der Geburt, hätten wahrscheinlich die Totgeburten in den letzten 2 Jahren vermieden bzw. vermindert werden können. Bei Zwillingsgeburten aber zumindestens Drillingsgeburten ist eine Zufütterung unbedingt erforderlich.)
+1 Teilindex bezogen auf die Fruchtbarkeit bezogen auf 100 = Durchschnitt. Hier liegt der Fruchtbarkeits-Index 1% höher als der Durchschnitt, d.h. die Wurfleistung nach 7,85 Jahren entspricht ziemlich genau dem Durchschnitt dieser Rasse. Den Berechnungsweg hier aufzuführen, wäre ziemlich kompliziert und zu umfangreich.


2. Feld oben Mitte:

Hier sind die Daten der Eltern und Großeltern des Schafes aufgeführt. Die Abkürzungen entsprechen den bereits aufgeführten Erklärungen.

VV, VM, MV, MM sind die Abkürzungen für die Großeltern: Vater des Vaters, Mutter des Vaters, Vater der Mutter, Mutter der Mutter


3. Unteres Feld:

Beschreibt die Ablammungen in zeitlicher Reihenfolge, die der Herdbuchgesellschaft immer mitgeteilt werden müssen. Unter der HB.Nr. des Vaters wird jeweils der Bock aufgeführt mit Züchterzeichen (Vater), dann folgen die Angaben zu den Lämmern (weiblich, männlich) und deren Verwendung.

4. Das Rechte Feld:

Dieser Abschnitt kann abgerissen werden. Nachdem er ausgefüllt ist, wird dieser Abschnitt immer wenn Ablammungen stattgefunden haben, der Herdbuchgesellschaft zugeschickt, damit die neuen Daten eingetragen werden. Der Züchter bekommt dann ein neues überarbeitetes Herdbuchblatt für das entsprechende Tier zugesandt.
(Die Mehrseitige Anleitung zum Ausfüllen dieses Abschnittes ) kann unter Sonstiges - Formulare herunter geladen werden.)


Erstellt durch die EDV-Beratung Martin Steinherr