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Zucht - aktive Zucht - Beurteilung von Schafen - Praktische Berurteilung von Schafen

Vom Züchter wird erwartet, dass sein Tier in sauberem und gepflegtem Zustand (Klauen geschnitten) gut führig am Strick präsentiert wird.

Bei den Mutterschafen kommt der zuständige Schafbeauftragte auf den Hof und nimmt dort die Bewertung vor. Das Schaf muß bewollt sein, da die Wolle eines der Bewertungskreterien ist.

Ferner müssen Ohrmarken zur Kennzeichnung und Tätowierwerkzeug vorhanden sein, damit das Schaf datentechnisch einwandfrei erfasst werden kann.

Bei den Böcken sieht es anders aus. Zuerst meldet der Züchter seinen nicht gekörten Bock zur Körung und/oder zur Versteigerung bei der Herdbuchgesellschaft an. Diese hat zuvor für die einzelnen Veranstaltungen Meldefristen festgelegt. Nach der Anmeldung bekommt der Züchter von der Herdbuchgesellschaft ein Schild mit einer Nummer und Band zugesandt. Die Nummer ist später identisch mit der Nummer im Kör- bzw. Versteigerungskatalog.

Am Körtag stellt der Züchter bei der Körveranstaltung seinen Bock vor. Das zugesandte Schild mit der Nummer ist für alle gut sichtbar am Hals anzu0bringen. Dann können die anderen Interessierten bzw. Käufer im Versteigerungskatalog, in dem die wesentlichen Daten aus dem Herdbuchblatt des Bockes und seiner Vorfahren abgedruckt sind, einen ersten Eindruck des Tieres gewinnen.
Zunächst werden jetzt alle zu körenden Böcke in der Wolle benotet. Danach werden die Böcke von Schafscherern geschert, damit eine bessere Beurteilung des äußeren Erscheinens und der Bemuskelung vorgenommen werden kann. Dazu gehört auch, dass der Züchter seinen Bock an einer Leine den Bewertungsrichtern und Zuschauern vorführt.
Dazu läuft er auf und ab und dreht mit dem Bock einen Kreis, damit die Gangart beurteilt wird. Danach wird der Bock nach und nach in den Körperpartien und -teilen bewertet. Da hierzu große Erfahrung erforderlich ist, haben wir zum besseren Verständnis nachstehende Skizze
abgebildet:

Bewertungszeichen mit Erläuterung - Alpines Steinschaf: Arbeitsgemeinschaft der Alpinen Steinschafzüchter - www.alpines-steinschaf.de
  1. Hornansatz
  2. kleines Ohr
  3. Pigment
  4. Eulenkopf (stark bewollt)
  5. Bauländerkopf (derb)
  6. Kopf mit männlichem Ausdruck
  7. Kopf mit weiblichem Ausdruck
  8. Schlundhals
  9. breite Schulter
  10. spitzer Widerrist
  11. Druck hinter der Schulter
  12. kurzer Rücken
  13. weicher Rücken
  14. langer Rücken
  15. Karpfenrücken
  16. abgeschlagene Kruppe
  17. spitzes Becken
  18. volle Rippe
   
  1. flache Rippe
  2. flache Keule
  3. volle Keule (innen/außen)
  4. überbaut
  5. frohwüchsig
  6. dürftige Erscheinung
  7. kurze gedrungene Figur
  8. tiefgestellt
  9. hochgestellt
  10. aufgeschürzt
  11. feinknochig
  12. starkknochig
  13. weiche lange Fessel
  14. vorn 0-beinig, X-beinig
  15. kuhhessig, O-beinig
  16. übermäßig/nicht gewinkelt (gesäbelt/stuhlbeinig)
  17. Gebiss: ÜB - Überbeisser, SM = Saumaul
Abb.28 Bewertungszeichen mit Erläuterung - Dr. Christian Mendel, Praktische Schafhaltung


Zuerst wird sich ein erster Eindruck über das äußere Vlies verschafft. Hierzu werden die Bewachsenheit von Kopf, Bauch und Beinen sowie die Dichte und der Stapel beurteilt. Eine genauere Bewertung der Wollqualität kann erst erfolgen, wenn das innere Vlies begutachtet wird. Hierzu ist das Vlies an mindestens drei Stellen zu scheiteln und zwar an der Schulter, der Flanke und der Keule, jeweils auf der gleichen Seite rund 10 bis 15 cm unter der Rückenlinie bei möglichst guten Lichtverhältnissen.

Beurteilung der äußeren Erscheinung:
Diese ist am umfangsreichsten. Sie beginnt am Kopf mit der Begutachtung der Zahnstellung sowie der rassetypichen Pigmente und Hörner falls vorhanden. Anschließend werden die Körperteile Hals, Brust und Schulter, Widerrist, Rücken, Flanke, Becken und Keule im Einzelnen und im Gesamteindruck gerichtet. Einen Schwerpunkt nimmt in der Schafzucht das korrekte Fundament ein, da Schafe in der Landschaftspflege oft in schwierigem Gelände weite Strecken zurücklegen müssen. Zur Beurteilung des Fundaments müssen die Tiere über eine vorgegebene Strecke, zum Beispiel einen großen Kreis, geführt werden, so dass sie von allen Seiten beurteilt werden können.

Beurteilung der Bemuskelung:
Abschließend wird die Bemuskelung von Schulter, Rücken und Keule begutachtet, wobei als Hilfsmittel häufig das Gewicht zur Verfügung steht.
Beim Betreten der Kör- und Versteigerungshalle wird der Bock noch gewogen.
Für die Merkmale der äußeren Erscheinung und Bemuskelung werden spezielle Zeichen verwendet (sh. obige Abbildung), die in ein vorhandenes skizziertes Schaf eingetragen werden.
In der Milchschafzucht werden 2 weitere Noten bei der Euterbeurteilung vergeben (Euterform- und aufhängung sowie Strichform und -stellung).




Erstellt durch die EDV-Beratung Martin Steinherr